Die Heerstraße großer Eroberer 484 vor Chr. berichtete Herodot von einem Krieg, den Darius gegen die Skyten führte und davon, daß an den Ufern der Marosch die Agathirsen wohnten. Diese gingen dann später in den Dakern auf.

44 Um die Zeit des Julius Cäsar (100-44 v.Chr.) kämpften die kriegerischen Daken unter ihrem König Burebista gegen die in den Donauraum vordringenden Römer und verteidigten ihr Reich, welches Siebenbürgen, das Banat, Teile von Muntenien und der Moldau umfaßte. Mittelpunkt ihres Reiches war Sarmisegethusa im Retezatgebirge zwischen Siebenbürgen und Banat. Weder den Feldherrn des Tiberius (42 v.Chr.- 37 n. Chr.) noch des Domitian (51-96 n.Chr.) gelang es, die Daken zu besiegen.

101 Kaiser Trajan (53-117 n. Chr.) unterwarf dann in zwei Feldzügen den Dakenkönig Decebal und zerschlug sein Reich. Aus den an den neuen Grenzen errichteten römischen Kohortenlagern entwickelten sich nach und nach Städte. Bergbau wurde von den Römern vor Ort betrieben und Bodenschätze genutzt.

117 Kaiser Hadrian (117-148 n. Chr.) mußte weitere Befestigungsbauten entlang dem römischen Limes errichten, da zahlreiche asiatische Stämme zum massiven Angriff gegen die Römer antraten.

167 Aus dem Norden vordringende, mit den asiatischen Stämmen verbündete Germanen, wurden 167 n. Chr. von Kaiser Marc Aurel (121-180 n. Chr.) zurückgeworfen. Auch die in der Donau-Theiß-Ebene seßhaft gewordenen asiatischen Reiterhorden wurden geschlagen.

253 Ostgoten aus der Ukraine drangen 253 in den Donauraum ein und zwangen die Truppen des Kaisers Aurelian zum Abzug.

370 Um das Jahr 370 tauchten unerwartet die Hunnen in der ungarischen Tiefebene auf, ein wildes Reitervolk aus den Steppen des östlichen Zentralasiens.
Sie überrannten das großgotische Reich, unterwarfen nach und nach andere Völker und errichteten ein riesenhaftes Reich, dessen Sitz sich in der Nähe der Theißmündung befand.

434 Im Jahre 434 überfiel der Hunnenkönig Attilla Europa. Das Weströmische Reich ging in Trümmer. Attilla war zwar abgeschlagen, aber nicht besiegt. Er zog sich in seine Sumpfburg an der Theiß zurück und verstarb dort im Jahre 453. Mit ihm ging auch das hunnische Reich seinem Ende zu. Die unterdrückten Völker erhoben sich und erkämpften ihre Freiheit.

567 Erneut drangen 567 Reiternomaden in den Donauraum vor. Es waren die mit den

791 Hunnen verwandten Awaren. Frankenkaiser Karl der Große zog 791 gegen das Awarenreich vor, vernichtete es 802 und gliederte es als "Pannonische Mark" in sein Reich ein.

881 In der Donau-Theißebene tauchten 896 wiederum asiatische Stämme auf und ließen sich dort nieder, wo auch Attilla seine Burg einst erbaut hatte. Es waren dies die Madjaren unter ihrem Führer Arpad.. Sie zogen plündernd und mordend donauaufwärts und wurden schnell zum Schrecken der Herrschenden und der Bevölkerung. Durch den Zerfall der karolingischen Monarchie hatte sie leichte Beute. Sie tauchten in Wien auf, vor Rom, in Lothringen und in Sachsen. Das Kloster St. Gallen in der Schweiz wurde 926 von ihnen geplündert. Erst als sich die deutschen Stämme vereinigten, wurden die Madjaren von

933 Kaiser Heinrich I im Jahre 933 an der Unstrut geschlagen.

955 Kaiser Otto der Große bereitete ihren weiteren Raubzügen 955 ein Ende. Auf dem Lechfelde wurde das madjarische Heer besiegt. Die Madjaren zogen sich in das Gebiet Ungarns zurück und wurden dort seßhaft. Ihr Fürst Géza nahm das Christentum an. Sein Sohn Wajk erhielt den christlichen Namen Stephan und folgte seinem Vater auf dem Königsthron. König Stephan versuchte in heftigen Kämpfen seine Herrschaft auszudehnen, zu festigen und die heidnisch gebliebenen Madjaren zu bezwingen.

1030 Mit diesen kam es im Jahre 1030 auf der Banater Heide zwischen dem heutigen Groß-St-Nikolaus und Triebswetter (beide Städte gab es noch nicht) zur Schlacht, die der Feldherr Tschanad für seinen König entscheiden konnte. Die heidnischen Madjaren nahmen danach das Christentum an. Es begann der Bau von Schulen und Klöstern. Durch die Heirat mit der Tochter des Herzogs von Bayern knüpfte Stephan enge Bande zum deutschen Raum. Im Gefolge der Herzogstochter kam ein Strom deutscher Kolonisten nach Umgarn.

1155 Der junge Staat wurde schon bald im Süden von den Türken und in Norden von Tataren aus der Mongolei bedroht. Reiterhorden des Chingis-Chan legten nach und nach blühende Städte in Schutt und Asche. Die Bewohner wurden Opfer eines wilden Blutrausches. Nach 2 Jahren zogen sich die Horden wieder zurück. Es gab nichts mehr zu plündern und zu zerstören.
 
 

Die Osmanen

1352 Übergriffe der Türken kündeten ab 1352 neue Gefahren an. König Sigismund von Luxemburg, Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation warf den

1389 Osmanen im Jahre 1389 auf dem Amselfelde ein wenig erfolgreiches vereinigtes christlich-abendländische Heer entgegen. Nach und nach fiel Ungarn in osmanische Hände. Die Türken stießen bis an die Donau vor und zogen sich nach erfolgreicher Plünderung wieder zurück.

1453 Nach der erfolgreichen Eroberung von Konstantinopel durch Sultan Mohammed der Große begannen die Türken ihre Feldzüge gegen den Westen auszudehnen.

1456 Sultan Mohammed erschien 1456 mit einem Massenheer vor Belgrad und bedrängte die Stadt. Er wurde jedoch von dem Temescher Grafen und legendären Feldherrn Johann Hunyady geschlagen..

1479 Neue Übergriffe beunruhigten ab 1479 wieder die Bevölkerung. Siebenbürgen wurde von den Osmanen überfallen. Durch die Elitetruppen ("Schwarze Legion")

1482 des Königs Mathias wurden die Osmanen 1482 vernichtend geschlagen.

1490 Als der König 1490 verstarb, fing der korrupte madjarische Adel an, seinen persönlichen Ehrgeiz zu befriedigen. Unerträgliche Lasten wurden den Untertanen auferlegt. Bald erschütterten innere Gegensätze das Land. Das Leben der Untertanen wurden in sinnlosen kriegerischen Scharmützeln untereinander geopfert.

1521 Die jenseits der Donau lauernden Osmanen, die auf Rache sannen, ließen sich eine solche Gelegenheit nicht entgehen. Schlag auf Schlag erfolgten ihre Anstürme. Als fanatische Feinde des Christentums drangen sie weit nach Ungarn ein und vernichteten das mühsam aufgebaute Land. Die kaiserlichen Truppen waren der türkischen Übermacht nicht gewachsen. Belgrad wir 1521 von Suleymann II. erobert..

1526 Suleymann II. siegte auch bei Mohatsch. In der Entscheidungsschlacht hatte der ungarische König Ludwig II am 29.Aug. 1526 den Osmanen wenig entgegenzusetzen. Die Schlacht endete mit der totalen Vernichtung des ungarischen Heeres. Mehr als 28.000 Soldaten fielen. Mit ihnen auch das selbständige Königreich der Madjaren.
König Ludwig II ertrank auf der Flucht. Städte, Dörfer, Burgen, Kirchen und Klöster wurden nach und nach von den Osmanen zerstört. Die Bevölkerung, soweit sie nicht ermordet worden war, floh in die Wälder. Die Osmanen eroberten die ungarische Hauptstadt Ofen (alter Name für das heutige Budapest) und zogen sich dann mit ca. 150.000 Gefangenen zurück. Die Habsburger übernahmen die Regierungsmacht über Ungarn (bis zur Auflösung des Habsburger Kaiserreiches im Jahre 1918) und mußten sich in den Folgejahren mit den Osmanen auseinandersetzen..

1541 Die ungarischen Hauptstadt Ofen wird von den Osmanen 1541 in "Buda" umbenannt. In ihr residierte ein türkischer Pascha.

1552 Mit der Einnahme der Festung Temeschwar im Jahre 1552 durch die Türken ging dann auch das Banat dem ungarischen Königreiche verloren. Die Wirtschaft in dem vernachlässigten Land sank auf die Stufe einer nomadisierenden Viehzucht herab. Uferlos werdende Sümpfe bedeckten alsbald das Land.. Es folgten 150 Jahre türkische Gewaltherrschaft.
 
 
 
 
 
 

Die Befreiungskriege

1681 Leopold I (zweiter Sohn von Kaiser Ferdinand III), der zugleich Deutscher Kaiser war (und mit einer Wittelsbacherin verheiratet), versuchte Ungarn seinem Machteinfluß zu unterwerfen und zwangsweise den im Adel verbreiteten Protestantismus zu verdrängen. Tököly -der Führer der Ungarn- versuchte dies zu verhindern, nahm Kontakt mit den Türken auf und ließ sich von diesen zum Fürsten Ungarns ausrufen.

1683 Großvesir Kara Mustapha drängte Sultan Mohammed IV, das katholische Haus Habsburg zu zerschlagen, dem Islam zu neuer Größe zu verhelfen und dem zerstrittenem Europa den Todesstoß zu geben. Seit jeher reizte die Osmanen das reiche Wien, das nahe dem großen türkischen Stützpunkt Buda lag, der Hauptstadt Ungarns. Kara Mustapha zog dann alsbald mit einem riesigen Heer von 200.000 Mann, unterstützt von den Ungarn und begleitet von französischen Heeresingenieuren, gegen Wien und belagerte die Stadt ab dem 14.07.1683. Wien hatte seinerzeit 60.000 Einwohner, ca. 11.000 Soldaten und rund 5.000 Mann Bürgerwehr. Blutige Kämpfe und auch Seuchen lichteten die Reihen der Verteidiger. Bereits 3 Monate nach Belagerungsbeginn hatte der Garnisonskommandant von Starhemberg nur noch 5.000 Mann zur Verfügung. In der Stadt gab es kaum noch Nahrungsmittel. Die Bewohner fingen an, Hunde, Katzen und Esel zu verspeisen. Die Lage der Stadt wurde immer hoffnungsloser. Eine Entscheidung mußte herbeigeführt werden. Von den vielen mit Frankreich verbündeten deutschen Fürsten, denen die Vormachtstellung des Hauses Habsburg im Deutschen Reiche mißfiel, war keine Hilfe zu erwarten und der Polenkönig Sobieski hatte eine Koalition mit Frankreich. Aus verschiedenen Gründen jedoch war Sobieski über Ludwig XIV äußerst verstimmt. Er schloß deshalb ein Bündnis mit den Habsburgern. Kaiserliche Zugeständnisse an die Kurfürsten von Bayern und Sachsen machte es dann auch möglich, deren Truppen nach Wien zu führen. Als militärische Führer befanden sich bei den Truppen all die Größen, die in den darauffolgenden Jahrzehnten die Truppen Habsburgs auf dem Balkan von Sieg zu Sieg führen sollten: Kurfürst Max Emanuel von Bayern, Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden (Türkenlouis), Herzog Karl von Lothringen und der damals noch nicht einmal 20 Jahre alte Prinz Eugen von Savoyen.
Unter der Führung des Herzogs Karl von Lothringen und des Polenkönigs Sobieski traten die vereinigten Heere mit nur 40.000 Mann auf einer Frontbreite von ca. 10 Kilometern gegen die Türken im Morgengrauen des 12.09.1683 zur Schlacht an. Das Gemetzel dauerte den ganzen Tag. Am Abend erreichte das christliche Heer das Lager von Kara Mustapha am Kahlenberg. Kara Mustapha konnte im letzten Augenblick entfliehen. Die Türken waren geschlagen worden.

1684 Kaiser Leopold I verband sich in der "Heiligen Liga" mit dem Papst, mit Polen und Venedig. Habsburg hatte nach dem Sieg am Kahlenberg erkannt, daß bei Fortsetzung der Türkenkriege der habsburgische Traum einer ganz Ungarn umfassenden österreichischen Großmacht zu verwirklichen war. Obwohl Kaiser Leopold im Westen durch die Franzosen stark gebunden war, entschloß er sich zur Vertreibung der Osmanen aus Europa. Karl von Lothringen und der Kurfürst Max Emanuel von Bayern drangen tief nach Ungarn vor und führten mehrere Feldzüge gegen die Türken. Leopold läßt seinen kleinen Sohn Josef zum ungarischen König krönen.

1686 Ofen (Buda-Pest) fiel am 02.09.1686 wieder in die Hände der kaiserlichen Truppen. Karl von Lothringen besiegte bei Mohatsch 1687 Sultan Suleiman, Belgrad wurde am 06.09.1688 durch Max Emanuel von Bayern (Schwiegersohn des Kaisers seit 1695) von den Osmanen befreit.
Ludwig XIV, ein Habsburgersproß (seine Großmutter Maria von Medici war eine halbe Habsburgerin, seine Mutter war Anna von Österreich), betrachtete die Erfolge seiner

1688 nächsten Verwandten (des Kaisers) mit erheblicher Mißgunst. Im Jahre 1688 kam es zum "Pfälzischen Krieg" (1688-1697). Der Franzosenkönig ließ seine Truppen in die Pfalz einmarschieren und zerstörte Worms, Heidelberg, Speyer und andere Orte in der Pfalz und in Nordbaden. Karl von Lothringen und Max Emanuel von Bayern eilten an die Westfront. Markgraf Ludwig von Baden, der "Türkenlouis" übernahm den Oberbefehl gegen die Türken. Von den Franzosen unterstützt, erholten sich die Osmanen wieder von ihren Niederlagen. Es gelang ihnen, die kaiserlichen Truppen zurückzudrängen und Belgrad wieder einzunehmen. Auch am Rhein mußte das Haus Habsburg durch den Friedensvertrag von Rijswijk vom 30.10.1697 Verluste hinnehmen. Die Stadt Straßburg und das Elsaß gingen an den Franzosenkönig.

1688 Erfolgreiche Rückeroberung Belgrads durch das kaiserlich-habsburgische Heer

1690 Wiedereroberung Belgrads durch die Türken

1691 Im Frühjahr überschritt Köprili Pascha mit einem großen Heer die Save um in das Innere Ungarn vorzustoßen. Am 12.08.1691 wurde er jedoch vernichtend von Ludwig von Baden bei Slankamen geschlagen. Mehr als 12.000 Osmanen ließen bei dieser Schlacht ihr Leben. Im Zuge des Vormarsches der kaiserlichen Truppen in Ungarn erließ Kaiser Leopold I. das "Impopulationspatent". Als Anreiz für die Besiedelung des von den Türken verwüsteten Ungarns bot er günstige Grundstückspreise, Steuerfreiheit in den ersten Jahren, Förderung des Handwerks und andere Vergünstigungen an. Die Besiedelung ging jedoch recht zögerlich voran, da die Siedler alles andere als ideale Voraussetzungen vorfanden.

1694 Eine der ersten deutschen Ansiedlungen nach den Siegen der Habsburger war die sogenannte "Peterwardeiner Schanz" (Raitzenstadt), Später entstand daraus Neusatz, das heutige Novi Sad (1715 bestand die Stadt aus 15 deutschen und 18 serbischen Familien).

1696 Der erst 34-jährige Feldmarschall Prinz Eugen von Savoyen, Befehlshaber der kaiserlichen Truppen befreite 1696 die schwere Sumpffeste Temeschwar von den Türken.

1697 Als Sultan Mustafa II am 11.09.1697 bei Zenta über die Theiß setzen wollte, griff Prinz Eugen ihn noch zwei Stunden vor Einbruch der Dunkelheit an. Noch im Übersetzen über den Flußb egriffen, fanden mehr als 10.000 Türken den Tod in den Fluten der Theiß, weitere ca. 20.000 den Tod auf dem Schlachtfeld. Der kriegsmüde Kaiser, beschäftigt mit der spanischen Erbfolge, schloß mit dem

1699 ebenfalls kriegsmüden Sultan am 26.01.1699 in Karlowitz einen Friedensvertrag. Dieser brachte dem Kaiser ganz Ungarn ein, jedoch mit Ausnahme des Banats und Siebenbürgens. Temeschwar blieb weiter in osmanischer Hand.

1716 Unter Kaiser Karl VI (* 01.10.1685 in Wien, + 20.10.1740 in Wien) kam es 1716 wieder zum Krieg mit den Türken, welche die Save überschritten hatten.. Prinz Eugen trat ihnen entgegen und schlug sie am 05.08.1716 bei Peterwardein. Der Weg in das Banat war nunmehr frei für die kaiserlichen Truppen. Am 26.08.1716 begannen sie mit der Belagerung des Sumpffeste Temeschburg. Die Festung wurde von Mustafa Pascha mit 18.000 Mann verteidigt. Am 12.10.1716 hissten die Türken nach starkem Beschuß durch Artellerie die weiße Flagge und boten nach 48 Tagen Belagerung die Übergabe der Stadt und der Festung gegen freien Abzug an. Prinz Eugen zog am 18.10.1716 an der Spitze seiner Truppen in Temeschwar ein, der befreiten Hauptstadt des Banats, auf deren Türme 164 Jahre das Banner des Halbmondes wehte.
Schon bald setzte Prinz Eugen seinen Unterfeldherrn, den kommandierenden General im kaiserlichen Banat, Feldmarschall Graf Mercy (aus Lothringen) als ersten Gouverneur des Banats und als Präsident der Banater Landesadministration ein und erteilt ihm in der Instruktion vom 01.11.1716 den Auftrag, das Banat gegen feindliche Übernahme zu schützen und den Feind aus den noch standhaften Festungen zu vertreiben. Mercy nahm diesen Auftrag ernst. Noch im November 1716 ergaben sich die türkischen Festungen Pantschowa und Ujpalanka.

1717 Im Mai 1717 begann Prinz Eugen mit der Belagerung der Festung Belgrad. Nach schweren Kämpfen ergab sich die Stadt. Nach dem Fall Belgrads konnte die Festung Orsowa auf der stark befestigten Insel Ada Kaleh im Spätsommer des Jahres 1717 eingenommen werden.

1718 Im Frieden zu Passarowitz am 21.07.1718 zwischen der Türkei und Österreich fiel das Banat, Belgrad mit dem nördlichen Teil von Serbien und die Kleine Walachei (Oltenien) an Kaiser Karl VI.. Das Banat wurde (bis 1779) Krondomäne mit eigener Verwaltung, ein Sondergut des Herrschers, in dem "keinerlei geist- oder weltliche Privatobrigkeit geduldet werden solle". Die Habsburger erhielten damit von allen deutschen Fürsten die größte Ausdehnung ihres Herrschaftsgebiets, die sie jemals besaßen.
Von mehr als 4 Millionen Ungarn, die Ende des 15. Jahrhunderts das Land bevölkerten, waren nach den Türkenkriegen kaum noch 1,5 Millionen vorhanden. Es mangelte an steuerzahlende Untertanen. Der ungarische Adel forderte schon bald die Eingliederung des Banats, das als kaiserliche Krondomäne bisher eine Sonderstellung einnahm, in die ungarische Komitatsverwaltung. Kaiser Karl VI, Kaiser des Römischen Reiches Deutscher Nation, gleichzeitig in Personalunion König von Ungarn lehnte dies ab, wohlwissend, welche Gefahren eine Überlassung des Landes an den ungarischen Adel mit sich bringen würde.
Nach der Herrschaft der Osmanen waren Wirtschaft, Ackerbau, Gewerbe und Handel vernichtet, Städte zu Ruinen geworden, Felder verödet und versumpft.
Gegen die noch immer drohende Türkengefahr mußte im Süden ein Bollwerk errichtet werden mit starken Garnisonen. Systematisch wurden Festungen errichtet und zu der sogenannten Militärgrenze ausgebaut. Eine wohlentwickelte Bauernschaft, Bürgerschaft und Handwerkerschaft, kurz eine arbeitstüchtige, Steuer- und konsumkräftige Bevölkerung war notwendig. Diese mußte, da das Land entvölkert war, von anderswo aus dem Reiche herangeschafft werden. Um einen Überblick über die derzeitige Lage zu erhalten, ordnete Graf Mercy eine Konskription an, nach der es im Lande 663 Städte und Dörfer mit 21.289 Häusern und ca. 90.000 Einwohnern gab. Am 07.10.1717 erließ Mercy das "Einrichtungsprojekt", seinen ersten Erlaß als Präsident der Landesadministration in Temeschwar. Den Ansiedlern wurden "zwei Freijahre" versprochen.
Handwerker, die zum Bau der Befestigungen und Kasernen benötigt wurden sowie Angehörige des Armeetrosses waren die Ersten, die aus österreichischen Ländern und Teilen des Deutschen Reises kamen. Das Banater Bergland wurde von Tiroler, Steirer sowie sächsische und böhmische Bergleute besiedelt, da die Bergleute von Kopfsteuer und Militärdienst befreit waren.

                    1718 Beginn der Karolinischen Siedlungsperiode, die bis 1737 andauerte. 1722 Erster Schwabenzug (1723-1726)
Erste Großaktion der deutschen Ansiedlung im Banat unter Kaiser Karl VI. Bäuerliche Kolonisten (ca. 3000 Familien). kamen nicht nur aus allen Ländern des deutschen Sprachraumes, sondern auch aus der belgischen Provinz Luxemburg, dem Elsaß, Lothringen, aus Spanien und Südtirol. Bereits bestehende Randsiedlungen der Banater Heide (Perjamosch, Groß-St.-Peter, Sarafol und Groß-St.-Nikolaus) wurden durch Zusiedelung wesentlich erweitert. Dem Sumpffieber haben jedoch nicht viele Kolonisten standgehalten. Die Sterberaten waren hoch. Der Begakanal, der die Sümpfe entwässern konnte, wurde erst 1728-33 gebaut

1738 Im Frühjahr 1738 drangen die Türken wieder in das Banat ein und nahmen am 08.05. die Festung Alt-Orsowa und am 26.05.1738 die Festung Mehadia bei Kornia.
Die kaiserlichen Truppen waren nicht in der Lage, das Banat auf Dauer zu halten. Serbische Panduren, die bei der Einrichtung der Grenzmiliz 1724 in Dienst gestellt worden waren um die Deutschen nicht abziehen zu müssen, die mit ihrem Ackerbau eine steuerliche Einnahmequelle bedeuteten, überfielen nun als erste die schutzlose deutsche Bevölkerung. Wer fliehen konnte floh, der Rest der Bevölkerung wurde Opfer von Greueltaten der Panduren und der rumänischen Räuberbanden, wurde von den Türken in die Sklaverei verschleppt oder verstarb an der Pest, die ein Infanteriebataillon eingeschleppt hatte.

1739 Im Frieden zu Belgrad im Herbst 1739 verblieb das Banat in der Hand des Kaisers, ließ es jedoch unmittelbar zum Grenzland zu den Osmanen werden. Serbien und die kleine Walachei mußten wieder an die Osmanen abgetreten werden. Wie schon 1722 wurde erneut versucht, deutsche Handwerker und Kaufleute zur Ansiedlung anzulocken. Vor allem Facharbeiter waren zum Bau von Festungsanlagen und dem Aufbau der Städte waren wieder einmal erwünscht. Es kamen von 1737 bis 1739 aber nur ca. 3.000 Personen, die in bereits bestehende Dörfer untergebracht werden konnten. Insgesamt 28 zerstörte Kolonistendörfer wurden nicht wieder aufgebaut.
Nach dem Tode von Kaiser Karl VI (20.10.1740) übernahm dessen Tochter Maria Theresia (*13.05.1717 in Wien, + 29.11.1789 in Wien), gemäß der Pragmatischen Sanktion im Alter von 23 Jahren das Herrscheramt als Erzherzogin von Österreich und Herzogin von Lothringen (durch ihre Heirat mit Franz Stefan von Lothringen, dem späteren deutschen Kaiser Franz I, Kaiser des heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation), später noch gekrönt zur Königin von Ungarn und Böhmen.
Auf siedlungspolitischem Gebiet geschah in den ersten Jahren ihrer Regierung wenig. Wohl gibt es von 1740 bis 1752 eine frühtheresianische Kolonisierung. Damit wurden allerdings nur Lücken gestopft, die der Türkenkrieg und die Pest 1738 hinterlassen hatten. Neben Walachen aus der kleinen Walachei und Bulgaren kamen ca. 2.500 deutsche Siedler ins Banat (Neu-Beschenowa, Sankt Andreas, Tschanad). Die neue Grenzlage erfordert 1745 die Einrichtung einer Militärgrenze im Südbanat. Es gab von 1744 - 1768 noch eine zusätzliche Form der Ansiedlung: zweimal jährlich wurden Landstreicher, liderliche Weibspersonen, Wilderer, Schmuggler und aufsässige Bauern aus ihrem Heimatland entfernt und zur moralischen Läuterung im Banat angesiedelt.

1748 Der Erbfolgekrieg verhinderte größere Siedlungsaktionen von Maria Theresia

1756 Erst nach dem Siebenjährige Krieg (1756- 1763) mit dem Preußenkönig Friedrich II und dem Frieden von Hubertusburg zwischen Preußen, Österreich und Sachsen, wurde die Ansiedlungstätigkeit wieder in größerem Umfange aufgenommen.

1763 Zweiter Schwabenzug (1763-1770).

1780 Am 29.11.1780 starb Maria Theresia. Ihr Sohn Joseph II (*13.03.1741, + 20.02.1790) übernahm die Regentschaft.

1782 In der Josephinischen Siedlungsperiode (dritter Schwabenzug 1782-1787) kamen nur noch ca. 3.000 Familien in das Banat. Die Kolonisten wurden überwiegend in bereits bestehende Orte angesiedelt. Nur 14 neue Dörfer wurden angelegt. Da das Banat wieder Kriegsschauplatz wurde (Kriegserklärung von Josef II und der russischen Zarin Katharina II an die Türkei), mußte die Besiedelung eingestellt werden. Joseph II stirbt am 20.02.1790 kinderlos.

1790 Regentschaftsübernahme durch seinen Bruder Leopold I, Großherzog von Toscana (*05.05.1747 in Wien). Er wurde am 30.09.1790 in Frankfurt als Leopold II zum römisch-deutschen Kaiser gekrönt. Er beendete den Krieg Habsburg/Russland gegen die Türkei, den sein Bruder Josef II begonnen hatte durch den Friedensschluß von Sistowa und versuchte verzweifelt, den nicht mehr aufzuhaltenden Zerfall der Vielvölkermonarchie zu verhindern (er konnte ihn um 100 Jahre verzögern) und mußte viele Reformen seines Bruder wieder zurücknehmen. Er suchte die Annäherung an Preußen. Am 01.03.1792 verstarb Leopold II. in Wien.

1792 Sein Sohn Franz (* 12.02.1768 in Florenz) übernahm dann als letzter deutscher Kaiser (Franz II) und als erster österreichische Kaiser (Franz I) die Regentschaft.
Er stand in den ersten beiden Jahrzehnten seiner Regentschaft im ständigen Kampf gegen das revolutionäre Frankreich Napoleons. Er lehnte revolutionäre Ideen kategorisch ab und stützte sich auf Polizei und Zensur. Jegliche demokratische Gesinnung war ihm fremd. Mit den Herrschenden seiner Zeit uneins, legte er am 01.08.1806 die Kaiserkrone des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation nieder und nahm den Titel eines Kaisers von Österreich an. Als erster österreichische Kaiser (daher Franz I) verstarb er am 02.03.1835 in Wien.

1835 Regentschaftsübernahme durch König Ferdinand V. bis 1848

1848 Franz Joseph I übernahm die Regentschaft und regierte bis 1916.

1918 Im Jahre 1918 wird die Donaumonarchie aufgelöst..